Die Fahrt in den Norden

Leider mussten wir länger als geplant auf unsere Reisepässe, die wir beim zuständigen Ministerium abgegeben hatten, warten.

Auch an dieser Stelle merkt man wieder, dass es die Behörden ebenfalls lockerer mit der Zeit nehmen und man auch mal mehr als 10 Tage auf einen Stempel warten muss.

So blieben uns noch mehrere Tage in der Hauptstadt, sodass wir mittlerweile einige Restaurants und Cafés gut kannten.

Gerade in der Gastronomie fällt einem auf, dass das Land für deutsche Verhältnisse mit niedrigen Preisen glänzt:

Ein Hotdog auf der Straße für umgerechnet 86 Cent oder ein Burger mit Pommes und einem Getränk für etwas mehr als umgerechnet 5 Euro erscheinen einem als Europäer schon relativ wenig.

Was sich noch bemerkbar macht: An jeder Ecke wird deutlich, dass die Leute hier sehr gläubig sind.

Das sieht man auch teilweise an Orten, an denen man es am wenigsten erwartet, wie auf Speisekarten von kleinen Imbissen am Straßenrand:

Am 4. September war dann die Freude groß, als wir die Nachricht bekamen, dass die Reisepässe fertig seien.

Einen Tag darauf ging es dann auch direkt mit dem Bus um 18.30 Uhr los durch die Nacht in den Norden Namibias.

Weil es sich schließlich um eine Nachtfahrt handelte und draußen alles dunkel war, könnte man meinen, wir hätten während der Fahrt nicht viel vom Land sehen können.

Das ist auch soweit richtig, jedoch war es unglaublich, Kilometer für Kilometer zurückzulegen und bis auf die Scheinwerfer vom Bus kein einziges Licht am Horizont oder am Straßenrand sehen zu können; ein interessanter Einblick, der viel über das Land aussagt.

Nach der etwa 10-stündigen Busfahrt sitzen wir gerade in einem kleinen Café an einer Tankstelle, trinken Kaffee und warten darauf, dass wir von den Schwestern abgeholt und in unsere jeweiligen Projekte gefahren werden.

Wir alle sind ziemlich erleichtert, dass die Warterei auf unser Visum nun ein Ende hat und wir mit unserer Arbeit beginnen können.

Sicherlich gehen einem aber auch in diesem Moment nochmal viele Fragen durch den Kopf:

Wie sieht mein neues „Zuhause“ aus?

Was erwartet mich?

Wie werden wir empfangen?

Schaffe ich es, meine Aufgaben dort gut zu bewältigen?

Eins steht jedenfalls fest: Der „Urlaub“ in Windhoek ist vorbei und nun liegt es an uns, was wir aus dem Jahr machen.

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